Europa - und Kommunalwahlen am 25.Mai 2014 ! Wir Bürger entscheiden mit ! Daher unbedingt : Wählen gehen !
23.02.2012, 17:45 Uhr
Stellungnahme der CDU-Fraktion zum Einzelhandels- und Zentrenkonzept (vorgelegt von der Dr. Lademann & Partner Gesellschaft für Unternehmens- und Kommunalberatung mbH, Hamburg) vom 20.01.2012
Stellungnahme der CDU-Fraktion zum Einzelhandels- und Zentrenkonzept (vorgelegt von der Dr. Lademann & Partner Gesellschaft für Unternehmens- und Kommunalberatung mbH, Hamburg) vom 20.01.2012

Sehr geehrter Herr Müller,

die o. g. Untersuchung bietet die Möglichkeit, auf der Basis der Situationsanalyse mittelfristig Maßnahmen zu ergreifen, die den Einzelhandel in Falkensee stärken. Jedoch dürfen dabei nicht die Bedürfnisse der Falkenseer Bürger aus den Augen verloren werden, die sich nicht nur gute Einkaufsmöglichkeiten, sondern auch ein lebendiges Zentrum mit Aufenthaltsqualität wünschen.Aus Sicht der CDU-Fraktion muss ein Einzelhandelskonzept für Falkensee folgende Ziele im Blick haben und daran ausgerichtet einen entsprechenden Maßnahmenplan enthalten oder Empfehlungen geben:

• Sichere Nahversorgung in den Ortsteilen

• Attraktive Einzelhandelsangebote im Zentrum (Bahnhofstraße, Potsdamer Straße)

• Ausreichende Versorgung im sog. nicht-zentrenrelevanten Bereich (Möbel, Bau-,

Garten, Zoobedarf, Kfz, Elektro, usw.)

• Insgesamt: Ausreichende (verträgliche) - aber nicht überdimensionierte – Verkaufsfläche

(Gefahr von Leerstand)

• Ausgewogener Betriebsformen- und Branchenmix

• Nachfragebindung erhöhen und Kaufkraftabfluss verhindern

Die Untersuchung von Dr Lademann & Partner bietet eine detaillierte Situationsanalyse und zeigt die Stärken, aber auch die Schwächen des Einzelhandels in Falkensee auf. Ferner bietet die Untersuchung einen Ausblick auf das Entwicklungspotential, sowohl in qualitativer wie in quantitativer Hinsicht. Die Schlussfolgerungen können jedoch nicht in jeder Hinsicht überzeugen. Insgesamt ist das Ergebnis der Analyse wenig überraschend. Während die überwiegend hohe Kaufkraft der Falkenseer Bevölkerung und die positive Einwohnerentwicklung eigentlich gute Grundlagen für den Einzelhandel in Falkensee sein könnten, liegt die Konkurrenz im Angebot der Stadt Berlin, wie auch in Dallgow und Wustermark. Das eigene Zentrum, bereits städtebaulich kaum als solches erkennbar und mit deutlichen Defiziten, kann die Erwartungen der Falkenseer Kunden kaum erfüllen. Der Verkaufsflächenanteil im Zentrum liegt unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Hinzu kommt, dass das so genannte zentrenrelevante Sortiment (wie Kleidung, Schuhe, Spielwaren, Bücher, Schmuck, Parfümerie, Schreibwaren usw.) nicht in der „kritischen Masse“ angeboten wird, wie die Untersuchung belegt. In der Studie nicht erwähnt, aber aus Sicht der CDU-Fraktion durchaus Element eines Stadtzentrums mit Einkaufsqualität, ist die Tatsache, dass sich im Zentrum bisher kein Wochenmarkt mit Frischeprodukten etablieren konnte. Gleichzeitig ist die Nahversorgung mit Nahrungs- und Genussmitteln sowie Getränken und Drogeriewaren als leicht überdurchschnittlich einzustufen, Lücken bestehen kaum und betreffen zahlenmäßig eher kleinere Gruppen der Bevölkerung.

 

Der Leerstand von Verkaufsflächen ist mit einem Wert von 5% als durchschnittlich zu bezeichnen. Insgesamt wird festgehalten, dass die Verkaufsflächendichte überdurchschnittlich ist, während die Verkaufsflächenausstattung jedoch unterdurchschnittlich ist. Discounter prägen das Bild und tragen damit zu einer Schieflage auf Kosten qualitativ hochwertiger Anbieter bei.So ist die Situation des Einzelhandels in Falkensee sehr differenziert, lässt sich jedoch kurz zusammenfassen:

Die Nahversorgung ist gut und ausreichend, wenn auch discounterorientiert, also mit qualitativem Spielraum. Im Zentrum jedoch fehlt es an Verkaufsfläche, Aufenthaltsqualität und einem zentrenrelevanten Angebot, also an dem Angebot,das landläufig mit „Shopping“ und „Lifestyle-Einkaufen“ verbunden wird.

Wo besteht demnach Handlungsbedarf?

Die Untersuchung empfiehlt, sich bei künftigen Maßnahmen auf „die Zentren“ zu konzentrieren, also auf das Zentrum im engeren Sinne (im Wesentlichen Bahnhofstraße), auf das Stadtteilzentrum Falkenhöh sowie auf fünf Nahversorgungszentren und einige Sonderstandorte. Bis 2020 wird Potenzial für weitere 25.700 qm Verkaufsfläche gesehen,wovon für das Zentrum rd. 8.800 qm und bei den Nahversorgungszentren insgesamt rd. 8.900 qm als Expansionsrahmen gesehen werden.

Die Schlussfolgerungen, die schließlich mögliche Potentialflächen betreffen, verwirrendem entsprechend:

Stadtteilzentrum Falkenhöh/Spandauer Platz

Ein Schwerpunkt der Betrachtung erstreckt sich auf das (bipolare) Stadtteilzentrum Falkenhöh/Spandauer Platz, das einschließlich der bestehenden Anbieter am Kreisverkehr einen Anteil von 45% an der gesamten Verkaufsfläche in Falkensee hat und damit bereits jetzt eine starke Konkurrenz zu den Anbietern im Zentrum darstellt. Die Untersuchung zeigt dort zwar erhebliche strukturelle Defizite vor allem des Falkenmarkts auf, dennoch ist aus Sicht der CDU-Fraktion nicht nachvollziehbar, warum empfohlen wird, gerade an dieser Stelle eine Ausweitung der Verkaufsfläche in Erwägung zu ziehen und einen großen, qualitativ hochwertigen Verbrauchermarkt mit ca. 5.000 qm Verkaufsfläche dort anzusiedeln, der weniger auf die Versorgung der benachbarten Bevölkerung ausgerichtet ist (diese ist bereits jetzt gewährleistet), sondern vielmehr auf eine stadtteilübergreifende Versorgung zielt. Der Standort soll sich als autokundenorientiert und funktional etablieren. Allerdings seien – so die Studie – Kannibalisierungseffekte nicht auszuschließen, was nichts anderes heißt, als dass im Bereich Falkenmarkt und Spandauer Straße mit Leerstand gerechnet werden muss, wenn sich Anbieter auf das neue Gelände ausrichten. Inwieweit diese Gefahr besteht, hat die Studie nicht untersucht. Die Autoren kommen selbst zu dem Schluss, dass eine Verträglichkeitsuntersuchung dringend erforderlich ist.

Die CDU-Fraktion meint: Vorbehaltlich einer Verträglichkeitsuntersuchung sollte an diesem Standort vorrangig auf eine Restrukturierung ohne Ausweitung der Verkaufsflächen gesetzt werden. Damit kann perspektivisch auch eine qualitative Aufwertung verbunden sein. Eine Ausweitung der Verkaufsfläche scheint in Hinblick auf eine direkte Konkurrenzsituation zu dem an Verkaufsflächen schwachen Zentrum kontraproduktiv. Fraglich ist zudem, inwieweit planungsrechtlich ein bestimmtes Sortiment bzw. bestimmte Anbieter reglementiert werden können. Ein hochwertiger Verbrauchermarkt könnte perspektivisch in einem anderen Nahversorgungszentrum einen derzeitigen Anbieter ersetzen.

Dallgower Straße

Weiterer Schwerpunkt der Untersuchung ist eine mögliche Potenzialfläche im Bereich Dallgower Straße. Diese Fläche sei grundsätzlich für die Ansiedlung eines Einkaufszentrums mit ca. 10.000 – 15.000 qm Fläche geeignet, sofern ein innenstadttypisches Sortiment angeboten wird und Aufenthaltsqualität erreicht werden kann. Allerdings weisen die Autoren selbst darauf hin, dass diese Potentialfläche in einer ZentrumsRandlage liegt und damit z. B. ein Funktionsverlust und Umsatzrückgänge am EKZ Akazienhof verbunden sein könnten.

Die CDU-Fraktion meint dazu: Auch für dieses Gebiet ist eine Verträglichkeitsuntersuchung dringend erforderlich, zumal die vorgeschlagene Größe der zusätzlichen Verkaufsfläche gemessen am prognostizierten Gesamt-Expansionsbedarf fast doppelt so groß ist. Die Ausweitung der Verkaufsfläche im Zentrum ist zwar erforderlich, jedoch erscheint sowohl die Dimension als auch die Lage an der Dallgower Straße ungeeignet, wenn das Zentrum rund um die Bahnhof-/Post- und Potsdamer Straße aufgewertet werden soll.

Fazit und Handlungsempfehlungen:

Das von Dr. Lademann & Partner vorgelegte Konzept ist aufgrund seiner detaillierten Analyse der Ist-Situation eine sehr gute Grundlage für weitere Untersuchungen. Sie bietet allerdings keinen „Freibrief“ für die unbedingte Entwicklung der als Potentialflächen ausgewiesenen Bereiche, vielmehr sind dies laut der Studie die einzig annähernd geeigneten Flächen. Mit der Ausweitung der Verkaufsflächen allein ist es jedoch nicht getan. Eine Verträglichkeitsuntersuchung muss klären, in wieweit neue Ansiedlungen unerwünschte Effekte auf bestehende Strukturen haben können und wie diese ggf. reglementiert werden können, um den Einzelhandel in der Innenstadt nicht zu beeinträchtigen, sondern zu fördern. Es gilt, die Fehler, die gerade in den 90er Jahren mit der Ansiedlung von Einkaufszentren außerhalb der Stadtzentren gemacht wurden, nicht zu wiederholen. Sofern der Interessent für den Bereich Spandauer Platz an seinem Vorhaben festhält, ist es an der Zeit, dass die Pläne offen gelegt werden und eine Verträglichkeitsuntersuchung durchgeführt werden kann. Bisher weiß die Öffentlichkeit noch nichts Konkretes über dieses Projekt.Im Rahmen der Planungen für die Gestaltung des Stadthallenvorplatzes nach Abriss der alten Stadthalle sind städtebauliche und den Einzelhandel betreffende Aspekte gleichwertig zu berücksichtigen. Die Stadt Falkensee hat hier die Chance, einen zentralen Platz zu gestalten und damit die Innenstadtentwicklung entscheidend zu prägen.

Mittelfristig kann sich die Einzelhandelssituation Falkensee nach Auffassung der CDUFraktion nur zum besseren verändern, wenn die Stadtverwaltung Falkensee sich dazu entschließt, den Themen Wirtschaftsförderung und Standortmarketing mehr Beachtung zu schenken. Derzeit wird in Falkensee faktisch keine aktive Wirtschaftsförderung betrieben.

Bauplanungsrechtlich sind die Möglichkeiten der Steuerung verstärkt zu prüfen. Die Ausweisung des Zentrums als Sanierungsgebiet hat sich bisher jedenfalls in Bezug auf den Einzelhandel als untauglich erwiesen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Zießnitz

Fraktionsvorsitzende

Termine
News-Ticker
Presseschau
CDU Landesverband
Brandenburg
Ticker der
CDU Deutschlands
Umfrage
Wie ist ihre Meinung zur Zentrumsentwicklung?
Ich bin für den CDU-Vorschlag
Ich bin nicht für den CDU-Vorschlag
Möchte eine andere Lösung
Soll so bleiben
Impressionen
Landesverband Brandenburg